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Waffenkunst in Suhl

Suhler Meisterwerke, auf die wir stolz sein können - Teil I 

Die Graveurmeister Kolbe (Kolb)

In   der   Herbstauktion   A   77   der   Hermann   Historica   GmbH   in   München   im Jahr   2018   gehörte   die   Versteigerung   eines   Paar   Steinschlosspistolen, um    1745    von    dem    Suhler    Johann    Gottfried    Kolbe    gefertigt,    zu    den Spitzenergebnissen.   Der   Aufrufpreis   war   12.000   €.   Zum   Schluss   erhielt ein Bieter den Zuschlag für 36.000 €. In    Suhl    gefertigte    Handfeuerwaffen    in    Luxusausführung    sind    bei Sammlern     und     Liebhabern     sehr     begehrt.     Es     ist     immer     wieder erstaunlich, was in Suhl alles gefertigt wurde. Johann   Gottfried   Kolbe   ist   für   uns   kein   Unbekannter.   Er   war   einer   der fähigsten   Suhler   Eisenschneider   und   Graveure   des   18.   Jahrhunderts. Seine      Luxus-      und      Prunkwaffen      gehören      bis      heute      zu      den Spitzenleistungen      europäischer      Büchsenmacherkunst.      Mitstreiter waren   die   Meister   „GM“,   Meister   Matthias   Hoffmann,   Johann   Stephan Seeber   und   die   Meister   der   Suhl-   Goldlauterer   Werkstatt,   um   Johann Christoph Stockmar. Bild: Graveurinnung 1910 Anzunehmen   ist,   dass   Johann   Gottfried   Kolbe   seine   außergewöhnlichen Leistungen    den    oben    genannten    Meistern    anbot.    Bereits    um    1735 sorgte      Johann      Gottfried      Kolbe      in      London      für      Aufsehen.      Ein wundervolles   Luftgewehr,   verziert   im   Eisenschnitt   und   mit   schweren Silberbeschlägen.    Er    signierte    es    mit    „Kolbe    fecit    London“.    Heute befindet    es    sich    im    Victoria    und    Albert    Museum    in    London.    Eine Steinschlossgarnitur   (Flinte,   Büchse   und   zwei   Pistolen)   befinden   sich   in der    Rüstkammer    Dresden.    Spielerisch    verstand    es    Johann    Gottfried Kolbe   mit   der   Rokokodekoration   durch   Eisenschnitt   umzugehen.   Die matte      Vergoldung      des      Untergrundes      hob      die      geschnittenen Rokokoszenen reizvoll hervor. Kolbes   eindrucksvollste   Arbeit   sind   sechs   herrliche   Handfeuerwaffen   -     2   Büchsen,   2   Vogelflinten   und   2   Pistolen   -   signiert   mit   „Kolb   a   Suhl“.   Die Beschläge    bestehen    aus    vergoldetem    Eisenschnitt.    Sie    zeigen    die Kunstfertigkeit    des    Rokoko    auf    ihrem    Höhepunkt.    Auf    den    Läufen befinden   sich   die   Initialen   von   König   Karl   III.   von   Spanien   sowie   dessen
Wappen.   Die   Waffen   waren   ein   Hochzeitsgeschenk   August   II.   an   Karl   III., aus Anlass der Hochzeit 1738 von Karl mit Maria Amalia von Sachsen. Heute     befinden     sich     die     erlesenen     Waffen     im     Nationalmuseum Capodimonte   in   Neapel.   Eine   gewünschte   Ausleihe   der   Prunkwaffen, um    diese    im    Waffenmuseum Suhl    einmal    zu    zeigen,    wurde an    zu    hohe    Auflagen    gestellt. Die        Wertschätzung        Suhler Meisterarbeiten      ist      weltweit sehr hoch. Johann          Gottfried          Kolbe unterrichtete       seine       Söhne sowie   viele   Graveurkünstler   in Wien,       Petersburg,       London, Paris              und              Dresden. Nachgewiesen    ist    ein    Valentin L.   Kolbe   1753   und   Max   Kolbe, welcher   in   München   tätig   war. Bild: Karl Kolb Sohn     Heinrich     Gottlieb     Kolbe     (1740-1814)     war     Graveur,     Senator, Gewehrhändler      und      Bürgermeister      in      Suhl.      Die      markantesten Persönlichkeiten   der   Suhler   Jagdwaffengraveure   in   der   Zeit   zwischen 1840   und   1961   sind   Vertreter   der   Familie   Kolb   (aus   Kolbe   wurde   Kolb). Genannt   seien:   Carl   Friedrich   Kolb   (1825-1898),   Hugo   Kolb(1854-1934), Karl   Theodor   Kolb(1884-1961).   Hugo   und   Karl   Kolb   schufen   nicht   nur erlesene    Gravuren    auf    Handfeuerwaffen,    sondern    auch    besondere Kunstwerke,   wie   z.B.   zusammen   mit   dem   Kunstmechaniker   Reithmann die   vier   Meter   hohe   und   breite   astronomische   Kunstuhr   von   1904   für das   Deutsche   Museum   München   oder   das   Ehrenpräsent   für   Otto   von Bismarck,    ein    silberner    Ehrenbürgerrechtsbrief    von    1895,    Verbleib unbekannt. Bild: Ehrenplakette                             Bild: Kunstuhr

111 Jahre Waffenmuseum Suhl

Bildrechte: Steinschlosspistolenpaar, Fotos Daniel Schwarz, Hermann Historika GmbH München, mit freundlicher Genehmigung, alle anderen Bilder Waffenmuseum Suhl
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